Mit 69 erfüllte ich mir meinen Traum von einer Weltreise – doch in Australien entdeckte ich etwas völlig Unerwartetes
Mit 69 verkaufte Abigail ihr Haus und begann trotz der Einwände ihrer Kinder endlich die Weltreise, die sie jahrzehntelang aufgeschoben hatte. In Australien lernte sie den 71-jährigen Arthur kennen, mit dem sie sich überraschend schnell verstand. Nach mehreren gemeinsamen Tagen lud er sie zu sich nach Hause auf einen Kaffee ein. Doch kaum betrat Abigail sein Wohnzimmer, blieb sie wie angewurzelt vor einem Gemälde über dem Kamin stehen.
2.
Arthur setzte sich langsam auf das Sofa und deutete auf den Sessel gegenüber.
„Robert und ich haben uns kennengelernt, als wir Anfang zwanzig waren. Er war damals fast ein Jahr in Australien.“
Ich wusste, dass Robert vor unserer gemeinsamen Zeit gereist war, aber über diese Monate hatte er nur selten gesprochen.
„Wir haben in einem Hotel außerhalb von Melbourne gearbeitet. Schlechte Bezahlung, lange Schichten und ziemlich wenig Talent fürs Koffertragen.“
Trotz meiner Anspannung musste ich lächeln. Das
klang tatsächlich nach Robert.
„Das Bild?“
Arthur sah zum Kamin.
„Das Motiv stammt von einem See, an dem wir einige Wochenenden verbracht haben. Robert hat dort eine erste Version gemalt. Jahre später malte er es noch einmal.“
„Das Original, das ich kannte, ist verschwunden.“
„Ich weiß.“
Arthur stand auf und verließ kurz den Raum. Als er zurückkam, trug er eine kleine Holzkiste. Er stellte sie auf den Tisch und öffnete den Deckel. Darin lagen Dutzende Briefe. Auf fast jedem Umschlag erkannte ich sofort Roberts Handschrift.
„Ihr habt euch geschrieben?“
„Über viele Jahre. Nicht ständig. Manchmal lagen lange Pausen dazwischen.“
Ich nahm einen Umschlag in die Hand.
„Warum hat er mir nie davon erzählt?“
Arthur sah mich ruhig an.
„Vielleicht, weil die meisten dieser Briefe von dir handelten.“
Das traf mich unerwartet.
„Von mir?“
Er nickte und zog einen einzelnen Umschlag aus der Kiste. Auf der Vorderseite stand mein Name.
„Diesen hat Robert zusammen mit dem Gemälde geschickt.“
Ich nahm ihn, öffnete ihn aber noch nicht.
„Warum hattest du ihn all die Jahre?“
„Weil Robert mich darum gebeten hat.“
Arthur erklärte, dass Robert gegen Ende wieder häufiger mit ihm Kontakt aufgenommen hatte. Er habe von unseren verschobenen Reisen gesprochen, von all den Dingen, die wir immer auf später gelegt hatten, und davon, dass er sich Sorgen machte, ich würde nach all den Jahren weiterhin nur für andere leben.
„Er schrieb, dass du immer Zeit, Geld und Energie für alle anderen hattest.“
Ich sah auf den Umschlag.
„Und was sollte ich mit diesem Brief machen?“
Arthur lächelte traurig.
„Er hoffte, dass du irgendwann nach Australien kommst.“
Ich sah ihn überrascht an.
„Und du solltest mich finden?“
„Nicht direkt. Er kannte einen kleinen Buchladen, den du unbedingt besuchen wolltest. Nach seinem letzten Brief bin ich dort sehr oft gewesen.“
Plötzlich ergaben unsere zufällige Begegnung, Arthurs Interesse an mir und dieses Bild über seinem Kamin ein völlig neues Muster.
Ich sah wieder auf den Umschlag mit meinem Namen.
„Was steht darin?“
Arthur schüttelte den Kopf.
„Das musst du selbst lesen.“
Ich öffnete ihn langsam. Schon nach den ersten Zeilen wusste ich, dass Robert mir etwas hinterlassen hatte, das viel größer war als dieses Gemälde.T.ipp.en Sie auf das F.oto, um de.n v.ollständigen Ar.tikel an.zuzeig.en