Warum du Essen besser nicht im Kochtopf im Kühlschrank aufbewahren solltest: Zwei Gründe, an die viele nicht denken
Viele machen es nach dem Kochen ganz automatisch so und denken sich nichts dabei. Doch genau diese alltägliche Gewohnheit kann überraschende Folgen haben, die man erst bemerkt, wenn es bereits zu spät ist. Besonders bei größeren Mengen und bestimmten Gerichten lohnt es sich, genauer hinzusehen. Zwei einfache Punkte machen dabei einen viel größeren Unterschied, als die meisten vermuten.
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Es ist Sonntagnachmittag, das Mittagessen ist längst vorbei und vom Gulasch ist noch etwa die Hälfte übrig. Die einfachste Lösung scheint klar: Deckel auf den Topf und alles direkt in den Kühlschrank stellen. In vielen Haushalten ist das völlig normal. Doch diese Gewohnheit kann aus zwei Gründen ungünstig sein – sowohl für die Lebensmittelsicherheit als auch für Geschmack und Konsistenz.
Das dänische Gastronomiemagazin Cafe J hat sich damit beschäftigt, was mit Speisen passiert, wenn sie im Kochtopf im Kühlschrank aufbewahrt werden, und welche Alternativen sinnvoller sind.
Der erste Grund: Große Mengen kühlen zu langsam ab
Ein großer Topf mit Essen speichert sehr lange Wärme. Während des langsamen Abkühlens kann sich die Speise über längere Zeit in einem Temperaturbereich befinden, in dem sich bestimmte Bakterien besonders gut vermehren können.
Auch die zuständigen Lebensmittelbehörden empfehlen deshalb, größere Mengen möglichst schnell herunterzukühlen und anschließend im Kühlschrank aufzubewahren.
Das Problem liegt vor allem im Inneren des Topfes. Während Oberfläche und Rand bereits kühl erscheinen können, bleibt die Mitte einer großen Portion unter Umständen noch lange warm.
Besonders dickflüssige oder kompakte Speisen wie Gulasch, Eintöpfe, gefüllte Kohlgerichte, cremige Gemüsegerichte oder dicke Suppen speichern die Wärme vergleichsweise lange.
Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Wird ein großer, noch sehr warmer Topf direkt in den Kühlschrank gestellt, muss das Gerät vorübergehend deutlich mehr leisten. Gleichzeitig kann die Temperatur in unmittelbarer Umgebung ansteigen.
Dadurch können auch andere Lebensmittel wie Käse, Aufschnitt, Salate oder Milchprodukte kurzfristig wärmer werden als gewünscht.
Der zweite Grund: Geschmack und Konsistenz können leiden
Kochtöpfe und Pfannen sind in erster Linie zum Zubereiten und nicht zur längerfristigen Aufbewahrung von Lebensmitteln gedacht.
Je nach Material können insbesondere stark säurehaltige oder salzige Speisen bei längerem Kontakt mit bestimmten Metallen geschmacklich beeinflusst werden.
Unter einem locker sitzenden Topfdeckel entsteht außerdem häufig Kondenswasser. Der Dampf sammelt sich am Deckel und tropft anschließend zurück in das Essen.
Dadurch kann sich die Konsistenz verändern. Nudeln nehmen beispielsweise zusätzliche Flüssigkeit auf und werden weicher, während Suppen und Saucen mit der Zeit an Frische und Aroma verlieren können.
Auch die Deckel vieler Kochtöpfe schließen nicht vollständig luftdicht.
Dadurch können Gerüche aus dem Essen in den Kühlschrank gelangen. Gleichzeitig kann die Speise selbst Gerüche anderer Lebensmittel aufnehmen.
Ein großer Topf beansprucht außerdem viel Platz und kann die Zirkulation der kalten Luft im Kühlschrank behindern.
Damit entsteht wieder das ursprüngliche Problem: Lebensmittel kühlen langsamer und weniger gleichmäßig ab.
So bewahrst du Essensreste besser auf
Die gute Nachricht ist, dass sich beide Probleme mit wenigen einfachen Gewohnheiten vermeiden lassen.
Drei Begriffe sind dabei besonders hilfreich: flach, gut verschlossen und schnell gekühlt.
Fülle die Essensreste möglichst in flache, gut schließende Behälter aus Glas oder geeignetem, lebensmittelechtem Kunststoff um.
Die Speise sollte darin keine unnötig dicke Schicht bilden. Mehrere kleinere Behälter sind häufig besser als ein sehr großer.
Bei sehr heißem Essen kann es sinnvoll sein, zunächst für eine kurze Zeit Dampf entweichen zu lassen und die Speise anschließend zügig weiter herunterzukühlen und abzudecken.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Topf in ein kaltes Wasserbad zu stellen. Dadurch kann sich die Abkühlzeit deutlich verkürzen.
Dabei unbedingt darauf achten, dass kein Wasser in das Essen gelangt.
Praktisch ist außerdem, das Datum auf den Behälter zu schreiben. So lässt sich später leicht nachvollziehen, wann das Gericht gekocht wurde.
Wie lange können Reste aufbewahrt werden?
Zubereitete Speisen sollten nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen bleiben.
Als allgemeine Orientierung gilt: Reste möglichst zeitnah abkühlen und in einen ausreichend kalten Kühlschrank stellen.
Bei vielen gekochten Gerichten empfiehlt sich ein Verbrauch innerhalb weniger Tage.
Entscheidend ist außerdem die Temperatur des Kühlschranks. Sie sollte im sicheren Kühlbereich liegen und kann mit einem einfachen Kühlschrankthermometer kontrolliert werden.
Auch beim Aufwärmen ist Sorgfalt wichtig.
Reste sollten nicht nur lauwarm, sondern vollständig und gleichmäßig erhitzt werden. Besonders bei Suppen, Eintöpfen und Saucen sollte auch die Mitte ausreichend heiß werden.
Welche Lebensmittel sind besonders empfindlich?
Suppen und Schmorgerichte lassen sich grundsätzlich gut aufbewahren, wenn sie schnell heruntergekühlt und anschließend gut verschlossen gekühlt werden.
Bei einigen Lebensmitteln ist jedoch besondere Aufmerksamkeit sinnvoll.
Gekochter Reis sollte möglichst schnell abgekühlt und in den Kühlschrank gestellt werden.
Speisen
mit Milch oder Sahne sind ebenfalls empfindlicher und sollten nicht unnötig lange bei Raumtemperatur stehen.
Auch Gerichte mit Hackfleisch sollten nach dem Essen zeitnah gekühlt werden.
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