und als er meine Stimme hörte, öffnete er die Augen.
Claire glaubte, dass die Schlafzimmertür verschlossen war. Als sich plötzlich ein Schlüssel im Schloss drehte, blieb ihr beinahe das Herz stehen. Hastig faltete sie den vergilbten Brief zusammen und schob ihn unter den Bund ihrer Hose, genau in dem Moment, als Jason ohne anzuklopfen das Zimmer betrat. Er lächelte ruhig, als wäre nichts Ungewöhnliches passiert, doch Claire spürte sofort, dass dieser Besuch kein Zufall war. Noch ahnte sie nicht, dass dieser Augenblick der Anfang einer Wahrheit war, die jahrelang hinter den Mauern von Blackwood House verborgen geblieben war.
1.
Claire zwang sich zu einem ruhigen Gesichtsausdruck, obwohl ihr Herz immer schneller schlug. Jason blieb einen Moment in der Tür stehen und betrachtete sie aufmerksam, als wollte er jede kleinste Veränderung in ihrem Verhalten erkennen. Sein Blick glitt langsam durch das Zimmer, über den geöffneten Koffer, den alten Schreibtisch und schließlich zum Bücherregal. Nichts entging ihm.
„Ich habe gesehen, dass bei dir noch Licht brennt.“
Claire nickte gelassen.
„Ich war noch mit dem Auspacken beschäftigt.“
Jason trat einige Schritte näher, blieb jedoch höflich auf Abstand stehen. Seine Stimme klang freundlich, doch seine Worte wirkten merkwürdig einstudiert.
„Falls Ethan irgendetwas sagt
oder tut, solltest du dir keine Gedanken machen. Manche Menschen interpretieren jede kleine Bewegung als Zeichen von Bewusstsein.“
Claire erinnerte sich sofort an das kaum hörbare Flüstern, das sie wenige Stunden zuvor vernommen hatte.
„Trau Jason nicht.“
Sie durfte sich nichts anmerken lassen.
„Er hat lediglich meinen Namen erwähnt.“
Jason sah sie lange an. Schließlich lächelte er wieder.
„Wie beruhigend.“
Langsam verließ er das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. Claire wartete einige Sekunden, bis seine Schritte vollständig verklungen waren. Erst dann zog sie den Brief wieder hervor und setzte sich unter die kleine Lampe am Fenster. Mit jeder gelesenen Zeile wurde ihr klarer, weshalb Ethan diesen Brief unbedingt hatte verstecken wollen. Er hatte ihn lange vor seinem Unfall geschrieben und eindringlich davor gewarnt, Jason, Dr. Vale und sogar den Mauern des Hauses blind zu vertrauen. Außerdem erwähnte er geheime Gänge hinter den Wänden sowie eine silberne Blockflöte, die im Musikzimmer verborgen sei. Sollte er noch leben, bat er den Finder des Briefes, ihn zu befreien.
Claire legte den Brief langsam auf den Tisch und blickte nachdenklich durch das Zimmer. Dabei blieb ihr Blick an einem alten Porträt hängen. Die gemalte Frau schien sie direkt anzusehen. Als Claire näher trat, bemerkte sie, dass eines der Augen ungewöhnlich glänzte. Vorsichtig berührte sie die Stelle mit der Fingerspitze. Sofort hörte sie ein leises Klicken. Das gesamte Gemälde bewegte sich einige Zentimeter nach außen und gab dahinter einen schmalen verborgenen Durchgang frei. Kalte, staubige Luft strömte ihr entgegen. Vor ihr lag ein dunkler Gang, der sich tief hinter den Mauern des Hauses verlor. In diesem Moment begriff Claire, dass Blackwood House weit mehr Geheimnisse verbarg, als sie jemals für möglich gehalten hätte. Doch sie ahnte noch nicht, dass ihr erster Schritt durch diesen verborgenen Gang bereits beobachtet wurde...Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen