Elle avait appris sa langue en secret
Ein ganzes Jahr lang lernte Marina heimlich Arabisch, um ihren Verlobten und seine Familie mit einer besonderen Überraschung zu erfreuen. Doch schon auf der Fahrt vom Flughafen bemerkte sie, dass Tariq und sein Bruder etwas vor ihr verbargen. Die beiden Männer sprachen miteinander, ohne zu ahnen, dass Marina jedes Wort verstehen konnte. Als plötzlich ihr Name fiel, hörte sie genauer hin und versuchte, sich ihre Überraschung nicht anmerken zu lassen.
2.
Marina überlegte während der restlichen Fahrt fieberhaft, was sie tun sollte. Sie wusste, dass sie nicht jedes Wort richtig verstanden haben musste, doch das Gespräch über ihren Reisepass und die veränderten Reisepläne ließ ihr keine Ruhe.
Unauffällig öffnete sie ihr Handy, überprüfte ihren Standort und schickte ihrer Schwester in Rumänien eine Nachricht.
„Mir geht es gut. Bitte behalte meinen Standort im Blick. Ich erkläre dir später alles.“
Wenige Sekunden später kam die Antwort.
„Ist etwas passiert? Soll ich dich anrufen?“
„Bitte nicht anrufen. Ich melde mich, sobald
ich kann.“
Als Tariq sich zu ihr umdrehte, lächelte Marina.
„Alles in Ordnung, Liebling?“
„Ja, ich bin nur etwas müde von der Reise.“
Das Haus seiner Familie war groß und voller Leben. Seine Mutter begrüßte Marina herzlich, seine Schwestern brachten Tee und selbst gemachte Speisen, während die Kinder neugierig um die neue Besucherin herumliefen.
Marina war überrascht, wie freundlich alle waren. Gleichzeitig fragte sie sich, wer von den Plänen wusste, über die Tariq und Yusuf gesprochen hatten.
Am Abend saßen sie allein in ihrem Gästezimmer, als Tariq plötzlich nach ihrem Reisepass fragte.
„Mein Vater möchte morgen einige Unterlagen für uns vorbereiten. Kannst du mir deinen Pass geben?“
Marina sah ihn aufmerksam an.
„Welche Unterlagen sind das?“
„Nur ein paar organisatorische Dinge. Nichts, worüber du dir Gedanken machen musst.“
„Warum braucht dein Vater dafür meinen Reisepass?“
Tariq lächelte.
„Vertrau mir einfach, Marina.“
Noch am Vortag hätte sie ihm das Dokument vermutlich ohne weitere Fragen gegeben. Jetzt antwortete sie ruhig:
„Er liegt irgendwo in meinem großen Koffer. Ich suche ihn morgen.“
Tatsächlich befand sich ihr Reisepass sicher in ihrer Handtasche, zusammen mit ihren Bankkarten und den Rückflugunterlagen.
In dieser Nacht schlief Marina kaum. Früh am Morgen schrieb sie ihrem Arabischlehrer einige Sätze aus dem Gespräch der Brüder und fragte nach der genauen Bedeutung.
Die Antwort kam wenig später.
Sie hatte die entscheidenden Aussagen richtig verstanden.
Daraufhin überprüfte Marina bei der Fluggesellschaft, ob sie ihre Rückreise vorverlegen konnte. Ihre Schwester versprach, sie bei der Organisation zu unterstützen.
Als Tariq aufwachte, fragte er sofort wieder nach ihrem Reisepass.
„Hast du ihn inzwischen gefunden?“
„Ja.“
Er streckte die Hand aus.
„Dann gib ihn mir bitte.“
Marina schüttelte den Kopf.
„Nein, Tariq. Den behalte ich selbst.“
Er sah sie verwundert an.
„Warum machst du plötzlich solche Schwierigkeiten?“
Marina stand auf und blickte ihm direkt in die Augen.
Zum ersten Mal seit einem Jahr antwortete sie ihm fließend auf Arabisch.
„Weil ich gestern im Auto verstanden habe, was du mit Yusuf besprochen hast.“
Tariq blieb regungslos stehen.
„Marina … du sprichst Arabisch?“
„Seit einem Jahr. Und jetzt möchte ich endlich von dir erfahren, was du mit meiner Zukunft vorhast.“T.ipp.en Sie auf das F.oto, um de.n v.ollständigen Ar.tikel an.zuzeig.en