Ein Mädchen erschien an meinem Krankenbett im Krankenhaus – dann sagte sie meinen Namen
Fünfzehn Tage lag ich im Krankenhaus, und kein einziges Mal bekam ich persönlichen Besuch. Meine Kinder lebten weit entfernt, meine Freunde hatten kaum Zeit, und besonders die Abende fühlten sich endlos an. Doch fast jeden Abend erschien plötzlich ein stilles kleines Mädchen in meinem Zimmer und setzte sich neben mein Bett. Sie erzählte kaum etwas über sich, sagte mir aber immer wieder dieselben aufmunternden Worte.
1.
Nach meinem Autounfall verbrachte ich fünfzehn Tage im Krankenhaus. Die ersten Tage bestanden für mich hauptsächlich aus Untersuchungen, Medikamenten und langen Stunden, in denen ich darauf wartete, dass es mir endlich besser ging.
Die Ärzte waren zufrieden mit meiner Entwicklung, erklärten mir jedoch, dass mein Körper Zeit brauchte. Ich versuchte geduldig zu sein, doch etwas anderes fiel mir wesentlich schwerer als die körperliche Erholung: die Einsamkeit.
Meine Kinder lebten weit entfernt und konnten nicht einfach vorbeikommen. Meine Freunde meldeten sich zwar regelmäßig, doch Arbeit und Familie ließen ihnen kaum Zeit für einen persönlichen Besuch.
Tagsüber war auf der Station viel los. Ärzte kamen herein, Pflegekräfte erkundigten sich nach mir und auf dem Flur hörte ich ständig Stimmen.
Am Abend änderte sich alles.
Dann wurde mein Zimmer still.
Am vierten Abend lag ich gerade im Bett und blickte aus dem Fenster, als plötzlich ein kleines Mädchen in meiner Tür stand.
Sie musste ungefähr acht oder neun Jahre alt sein. Sie hatte dunkle, leicht lockige Haare und sah mich neugierig an.
„Hallo.“
Das Mädchen lächelte, sagte aber nichts.
Dann zeigte sie auf den freien Stuhl neben meinem Bett.
„Möchtest du dich setzen?“
Sie nickte.
Sie zog den Stuhl näher an mein Bett, setzte sich und legte die Hände auf ihren Schoß.
Ich ging davon aus, dass sie sich im Zimmer geirrt hatte.
„Besuchst du jemanden hier?“
Wieder antwortete sie nicht.
Stattdessen betrachtete sie mich einige Sekunden und lächelte.
Nach ungefähr zehn Minuten stand sie auf.
„Kommst du morgen wieder?“
Das Mädchen blieb an der Tür stehen.
„Vielleicht.“
Dann verschwand sie auf dem Flur.
Am nächsten Abend erschien sie tatsächlich wieder.
Diesmal musste ich lächeln, als ich sie sah.
„Da bist du ja wieder.“
Sie setzte sich auf denselben Stuhl.
Ich versuchte erneut herauszufinden, wer sie war, doch das Mädchen beantwortete meine Fragen nur mit kurzen Sätzen.
Schließlich beugte sie sich etwas zu mir.
„Sei stark. Du wirst wieder lächeln.“
Ich weiß nicht, warum mich gerade diese einfachen Worte so berührten.
Vielleicht lag es daran, dass ich mich seit Tagen allein fühlte.
Vielleicht war es ihre ruhige Art.
Von diesem Abend an wurde ihr Besuch zu einem kleinen Ritual.
Fast jeden Abend erschien sie für einige Minuten. Manchmal redeten wir ein wenig, manchmal saß sie einfach schweigend neben mir.
Wenn ich einen schwierigen Tag hatte, sagte sie:
„Morgen wird es bestimmt besser.“
Und tatsächlich begann ich mich langsam besser zu fühlen.
Ich konnte wieder längere Zeit sitzen, später einige Schritte gehen und schließlich sogar kurze Runden über den Flur machen.
Doch je häufiger das Mädchen kam, desto neugieriger wurde ich.
Ich kannte noch immer nicht einmal ihren Namen.
Eines Morgens fragte ich deshalb eine Pflegekraft.
„Entschuldigen Sie, kennen Sie das kleine Mädchen, das mich abends besucht?“
Die Frau sah mich überrascht
an.
„Welches Mädchen?“
Ich beschrieb sie genau.
Die Pflegekraft überlegte kurz und schüttelte anschließend den Kopf.
„Mir ist kein Mädchen aufgefallen, das regelmäßig zu Ihnen kommt.“
Ich hielt das zunächst für ein Missverständnis.
Doch am selben Tag fragte ich eine zweite Person.
Auch sie wusste nichts von meinem kleinen Besucher.
Plötzlich erschien mir etwas merkwürdig, das mir vorher überhaupt nicht aufgefallen war.
Ich hatte das Mädchen immer nur am Abend gesehen.
Nie am Morgen.
Nie am Nachmittag.
Und obwohl sie fast jeden Abend neben meinem Bett gesessen hatte, konnte sich offenbar niemand aus dem Krankenhaus an sie erinnern.
Am nächsten Abend wartete ich besonders aufmerksam auf sie.
Doch der Stuhl neben meinem Bett blieb leer.
Und am folgenden Morgen erhielt ich eine Erklärung, mit der ich niemals gerechnet hätte …Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen