Ein Jahr später kam ein Paket an
Ich verschenkte die alten Kleider meiner kleinen Tochter an eine Mutter, die dringend Hilfe brauchte. Die Frau konnte die Kleidung nicht persönlich abholen und bat mich sogar, die Versandkosten zu übernehmen. Zuerst war ich skeptisch, doch schließlich schickte ich ihr alles kostenlos zu. Danach hörte ich monatelang nichts mehr von ihr und hatte die Begegnung fast vergessen. Ein Jahr später stand plötzlich ein Paket vor meiner Haustür, auf dessen Absender ich zunächst kaum achtete. Als ich es öffnete, fand ich einen Brief, mehrere Fotos und ein liebevoll verpacktes Geschenk, das mich tief berührte.
1.
An einem gewöhnlichen Samstagnachmittag beschloss ich, den Kleiderschrank meiner kleinen Tochter aufzuräumen. Sie war in den vergangenen Monaten so schnell gewachsen, dass viele ihrer Kleider, Pullover und Hosen längst zu klein geworden waren. Einige Kleidungsstücke hatte sie nur wenige Male getragen, andere waren noch fast wie neu.
Während ich alles sortierte, entstand auf meinem Bett ein beachtlicher Stapel. Darunter lagen warme Jacken, hübsche Kleider, weiche Schlafanzüge und kleine Schuhe. Wegwerfen wollte ich nichts davon, denn ich wusste, dass eine andere Familie diese Sachen noch gut gebrauchen konnte.
Also machte ich ein paar Fotos und veröffentlichte eine kurze Nachricht in einer örtlichen Gruppe. Ich erklärte, dass ich die Kleidung für ein zwei- bis dreijähriges Mädchen kostenlos abgeben würde. Am liebsten wäre mir gewesen,
wenn jemand die Sachen persönlich abgeholt hätte.
Noch am selben Abend erhielt ich eine Nachricht von einer unbekannten Frau. Sie schrieb, dass sie selbst eine kleine Tochter habe und gerade eine besonders schwierige Zeit durchmache. Ihre Tochter brauche dringend passende Kleidung, doch sie könne die Sachen leider nicht selbst abholen.
Dann stellte sie eine Frage, bei der ich zunächst zögerte.
„Wäre es vielleicht möglich, dass Sie mir die Kleidung mit der Post schicken? Leider kann ich im Moment auch die Versandkosten nicht übernehmen.“
Ich las ihre Nachricht zweimal. Eigentlich hatte ich die Kleidung bereits kostenlos angeboten. Nun sollte ich zusätzlich das Porto bezahlen. Für einen Augenblick fragte ich mich, ob die Frau meine Hilfsbereitschaft vielleicht einfach ausnutzen wollte.
Ich legte das Telefon beiseite und kümmerte mich um das Abendessen. Doch ihre Nachricht ging mir nicht aus dem Kopf. Schließlich wusste ich überhaupt nichts über ihre Lebensumstände. Vielleicht hatte sie tatsächlich keine Möglichkeit, die Kleidung abzuholen.
Am nächsten Morgen antwortete ich ihr.
„Ich werde die Sachen sorgfältig verpacken und Ihnen zuschicken. Die Versandkosten übernehme ich.“
Wenige Minuten später kam ihre Antwort.
„Vielen herzlichen Dank. Sie können sich nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutet.“
Ich suchte einen stabilen Karton, faltete jedes Kleidungsstück ordentlich zusammen und legte sogar noch zwei kleine Strickjacken dazu. Danach brachte ich das Paket zur Post und bezahlte den Versand.
Als ich nach Hause kam, fühlte ich mich zufrieden. Ich hatte etwas Sinnvolles mit Kleidung gemacht, die bei uns ohnehin ungenutzt im Schrank gelegen hätte.
Die Frau bedankte sich später noch einmal, und damit schien die Angelegenheit abgeschlossen.
Die Monate vergingen. Meine Tochter bekam neue Kleidung, unser Alltag ging weiter, und irgendwann dachte ich überhaupt nicht mehr an das Paket.
Doch beinahe genau ein Jahr später klingelte der Paketbote an meiner Tür.
Er überreichte mir einen Karton mit einer Absenderadresse, die mir zunächst nichts sagte.
Und als ich den Deckel öffnete, verstand ich noch nicht, weshalb jemand mir ein so sorgfältig verpacktes Geschenk geschickt hatte.T.ipp.en Sie auf das F.oto, um de.n v.ollständigen Ar.tikel an.zuzeig.en