Dieser kleine Knopf im Auto – Erinnerungen an eine Zeit, in der Autofahren noch anders war
Manchmal reicht ein einziges Bild oder ein kleines technisches Detail aus, um Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit wachzurufen. Besonders Dinge aus dem Alltag, die früher selbstverständlich waren, wirken heute fast schon ungewöhnlich oder sogar geheimnisvoll. Für viele Menschen gehören alte Autos genau in diese Kategorie. Sie erinnern an eine Zeit, in der Fahrzeuge noch einfacher aufgebaut waren und der Fahrer eine deutlich aktivere Rolle beim Starten und Bedienen des Motors spielte.
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Dieser kleine Knopf im Auto – Erinnerungen an eine Zeit, in der Autofahren noch anders war
Manchmal stolpert man über ein Bild im Internet und plötzlich fühlt es sich so an, als würde eine kleine Zeitreise beginnen. Genau so ging es mir neulich. Ich saß ganz gemütlich mit einer Tasse Kaffee auf dem Sofa und scrollte durch mein Handy, als ich plötzlich ein Foto sah: ein kleiner, runder Knopf mit einem einfachen Symbol darauf.
Darunter stand ein Satz, der mich sofort zum Lächeln brachte: „Nur Menschen, die vor 1975 geboren wurden, wissen noch, wofür dieses Ding gut war.“
In diesem Moment musste ich lachen. Nicht weil ich alt bin – zumindest hoffe ich das nicht – sondern weil mich dieses Bild sofort an meinen Vater erinnerte. Als ich noch ein Kind war, hatte er einen alten Wagen, einen von diesen Autos, die heute fast schon nostalgisch wirken. Es war kein modernes Fahrzeug mit Bildschirm, Sensoren und elektronischen Helfern. Es war ein Auto, das noch ein wenig Aufmerksamkeit brauchte.
Und genau dort, mitten im Armaturenbrett, befand sich dieser kleine Knopf.
Damals wusste ich natürlich nicht genau, wofür er da war. Aber ich erinnere mich noch gut daran, wie mein Vater jedes Mal, wenn er den Motor startete, zuerst kurz an diesem Knopf zog. Manchmal nur ein bisschen, manchmal etwas weiter. Danach drehte er den Schlüssel, der Motor brummte kurz – und dann lief das Auto.
Heute weiß ich: Das war der sogenannte Choke.
Für viele Menschen meiner Generation oder noch früher war dieser kleine Mechanismus ein ganz normaler Bestandteil des Autofahrens. Doch für jüngere Fahrer wirkt er heute fast wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.
Was war eigentlich der Choke?
Der Choke war ein mechanisches Bauteil in älteren Benzinfahrzeugen mit Vergasermotoren. Seine Aufgabe war es, beim Starten eines kalten Motors das Kraftstoff-Luft-Gemisch anzupassen.
Wenn ein Motor kalt ist, benötigt er ein etwas reicheres Gemisch, also mehr Kraftstoff im Verhältnis zur Luft. Moderne Autos erledigen diese Anpassung automatisch über elektronische Steuergeräte und Sensoren. Früher jedoch musste der Fahrer diese Aufgabe selbst übernehmen.
Genau dafür war der Choke da.
In vielen Autos war er als kleiner Zugknopf am Armaturenbrett angebracht. Wenn man ihn herauszog, wurde die Luftzufuhr reduziert, wodurch mehr Kraftstoff in das Gemisch gelangte. Dadurch konnte der Motor leichter starten.
Sobald der Motor warm wurde, musste der Fahrer den Knopf langsam wieder zurückschieben, damit das Gemisch wieder normal eingestelltwar.
Eine andere Art zu
fahren
Wenn ich heute darüber nachdenke, fällt mir auf, wie sehr sich Autofahren verändert hat. Früher war es irgendwie persönlicher. Man musste sein Auto ein bisschen kennen.
Man wusste genau, wie lange man den Choke ziehen musste. Im Sommer vielleicht nur ganz kurz, im Winter manchmal deutlich länger.
Viele Fahrer entwickelten mit der Zeit ein Gefühl dafür.
Mein Vater sagte damals oft: „Hör einfach auf den Motor.“
Und tatsächlich – man konnte hören, wann der Motor stabil lief und wann es Zeit war, den Choke wieder zurückzuschieben.
Es war eine kleine Routine, die zum Starten des Autos einfach dazugehört hat.
Erinnerungen an kalte Wintermorgen
Besonders deutlich erinnere ich mich an Wintertage. Wenn es draußen richtig kalt war, konnte das Starten eines Autos manchmal etwas Geduld erfordern.
Mein Vater setzte sich ins Auto, zog den Choke heraus, drehte den Schlüssel – und manchmal musste er es zwei oder drei Mal versuchen, bis der Motor endlich ansprang.
Dann ließ er den Motor kurz laufen, bevor wir losfuhren.
Heute steigen wir ins Auto, drücken einen Knopf – und alles passiert automatisch.
Damals war das noch ein kleines Ritual.
Warum gibt es den Choke heute kaum noch?
Mit der Weiterentwicklung der Motorentechnik wurde der Choke nach und nach überflüssig.
Moderne Fahrzeuge verfügen über elektronische Einspritzsysteme und Sensoren, die ständig Daten über Temperatur, Luftmenge und Motorzustand erfassen.
Das Steuergerät passt das Kraftstoffgemisch automatisch an – ganz ohne Zutun des Fahrers.
Deshalb findet man den klassischen Choke heute nur noch in sehr alten Fahrzeugen oder in bestimmten kleinen Motoren, zum Beispiel bei:
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