Der Millionär hat ihn zu einer Delegation geschickt
Radu kehrte früher nach Hause zurück, als irgendjemand erwartet hatte. Eigentlich wollte er nur schnell etwas holen und wieder verschwinden. Doch schon vor der Küchentür hörte er Musik, leises Lachen und die Stimme von Ana. Seit Monaten hatte er seinen Sohn Petrișor kaum so fröhlich erlebt. Als Radu die Tür öffnete, blieb er überrascht stehen. Was er dort sah, passte überhaupt nicht zu dem, was man ihm zuvor gesagt hatte.
1.
Radu öffnete die Küchentür mit schnellen Schritten. Noch wenige Sekunden zuvor war er überzeugt gewesen, Ana zur Rede stellen zu müssen. Doch sobald er sah, was mitten im Raum geschah, vergaß er jedes Wort, das er sich zurechtgelegt hatte.
Ana stand barfuß in der Küche, das Haar achtlos zusammengebunden. Auf dem Boden lag ein alter, bunter Teppich aus ihrer Heimat, und darauf befand sich Petrișor.
Nicht im Kinderwagen.
Nicht still in einer Ecke.
Der Junge lag auf dem Bauch und lachte.
Er lachte so herzlich, dass seine Augen beinahe verschwanden, während er begeistert in die Hände klatschte. Ana kniete neben ihm und rollte langsam einen kleinen, selbst gemachten Stoffball über den Teppich.
„Komm schon, mein Kleiner … nur ein bisschen weiter … du schaffst das.“
Radu blieb an der Tür stehen. Petrișor bewegte seine Beine. Es waren kleine, vorsichtige Bewegungen, kaum mehr als wenige Zentimeter, aber Radu sah sie deutlich.
Sein Sohn bewegte sie selbst.
Ana bemerkte ihn zunächst nicht. Sie war vollkommen auf Petrișor konzentriert, ermutigte ihn, lobte jeden Versuch und half ihm nur dann ein wenig, wenn seine Kraft nachließ. Auf dem Herd köchelte ein kleiner Topf, daneben lagen Spielsachen und mehrere handgeschriebene Notizen. An der Wand hing ein Blatt Papier mit einem einzigen Satz:
„Jeder kleine Schritt zählt.“
Als Ana sich schließlich umdrehte und Radu entdeckte, verschwand ihr Lächeln.
„Herr Radu … Sie … Sie sollten doch erst in drei Tagen zurückkommen.“
Radu antwortete zunächst nicht. Sein Blick blieb bei Petrișor.
„Was genau macht ihr hier?“
Ana stand langsam auf.
„Übungen. Spielen. Geduld. Jeden Tag ein bisschen.“
Radu sah erneut auf die Beine seines Sohnes.
„Aber die Ärzte sagten, solche Fortschritte würden sehr viel Zeit brauchen.“
Ana schwieg kurz. Dann ging sie zu einem Schrank und holte ein zerknittertes Notizbuch hervor.
„Die Ärzte können nicht acht Stunden am Tag bei ihm sein. Ich schon.“
Sie legte ihm das Notizbuch in die Hand.
Als Radu die erste Seite aufschlug, verstand er plötzlich, dass Ana seit Wochen etwas dokumentiert hatte, von dem er überhaupt nichts wusste.
Und auf den folgenden Seiten stand noch etwas, das ihn völlig überraschen sollte …Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen