Der Millionär hat ihn zu einer Delegation geschickt
Radu kehrte früher nach Hause zurück, als irgendjemand erwartet hatte. Eigentlich wollte er nur schnell etwas holen und wieder verschwinden. Doch schon vor der Küchentür hörte er Musik, leises Lachen und die Stimme von Ana. Seit Monaten hatte er seinen Sohn Petrișor kaum so fröhlich erlebt. Als Radu die Tür öffnete, blieb er überrascht stehen. Was er dort sah, passte überhaupt nicht zu dem, was man ihm zuvor gesagt hatte.
2.
Radu blätterte langsam durch das Notizbuch. Fast jede Seite war mit Datum, Uhrzeit und kleinen Beobachtungen gefüllt. Ana hatte aufgeschrieben, wann Petrișor seine Beine bewegte, wie lange er sich auf den Armen abstützen konnte und bei welchen Spielen er besonders aufmerksam wurde.
„Das hast du alles selbst gemacht?“
Ana nickte.
„Jeden Tag. Ich wollte nichts überstürzen. Ich habe nur versucht, ihn spielerisch zu unterstützen und mich an die Empfehlungen zu halten.“
Radu sah sie ungläubig an.
„Warum hast du mir nichts davon erzählt?“
Ana senkte kurz den Blick.
„Weil ich nicht wusste, wie Sie reagieren würden. Ich wollte Ihnen keine Hoffnungen machen, bevor überhaupt kleine Veränderungen zu sehen waren.“
Dann erzählte sie ihm von ihrem Bruder in Botoșani. Ihre Familie hatte damals nur wenige Möglichkeiten gehabt, deshalb hatte ihre Mutter gelernt, wie wichtig Geduld, regelmäßige Übungen und alltägliche Unterstützung sein konnten. Diese Erfahrung
hatte Ana nie vergessen.
Radu setzte sich auf einen Stuhl und blickte wieder zu Petrișor. Der Junge versuchte inzwischen erneut, den Stoffball zu erreichen.
„Und die Musik?“
Ana lächelte.
„Weil er mehr lacht, wenn wir singen. Und wenn er gute Laune hat, macht er viel lieber mit.“
In diesem Moment ließ Radu seine Tasche neben den Stuhl gleiten. Termine, Geschäftsgespräche und all die Dinge, die ihm sonst wichtig erschienen, waren plötzlich weit weg.
Er setzte sich zu seinem Sohn auf den Teppich.
Petrișor sah ihn neugierig an.
„Darf ich auch mitmachen?“
Ana reichte ihm den Stoffball.
Zum ersten Mal seit langer Zeit verbrachte Radu den ganzen Abend auf dem Küchenboden. Er sang schlecht, brachte seinen Sohn zum Lachen und bemerkte dabei etwas, das ihm vorher entgangen war: Petrișor reagierte auf seine Stimme.
Doch Ana hatte ihm noch nicht die wichtigste Seite des Notizbuchs gezeigt.
Als sie diese schließlich aufschlug, wurde Radu ganz still …Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen