Was Menschen über mögliche Nebenwirkungen wissen sollten
Viele Menschen nehmen täglich Medikamente ein, ohne den Beipackzettel nach der ersten Anwendung noch einmal genauer anzusehen. Doch mit zunehmendem Alter können Dosierung, Wechselwirkungen und bestehende Erkrankungen eine größere Rolle spielen. Das bedeutet keineswegs, dass wichtige Medikamente plötzlich gefährlich oder unnötig sind. Vielmehr lohnt es sich, die eigene Medikamentenliste regelmäßig gemeinsam mit Arzt oder Apotheker zu überprüfen.
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Fünf häufig verwendete Medikamentengruppen: Was ältere Menschen über mögliche Nebenwirkungen wissen sollten
Medikamente können bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schmerzen und vielen anderen Beschwerden einen wichtigen Beitrag zur Behandlung leisten. Gleichzeitig kann praktisch jedes wirksame Arzneimittel Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen verursachen. Mit zunehmendem Alter können zusätzlich Veränderungen der Nieren- und Leberfunktion sowie die gleichzeitige Einnahme mehrerer Präparate eine Rolle spielen.
Deshalb ist es sinnvoll, regelmäßig mit einem Arzt oder Apotheker zu besprechen, welche Medikamente weiterhin benötigt werden, ob die Dosierungen passen und ob mögliche Wechselwirkungen bestehen. Verschreibungspflichtige Medikamente sollten dabei niemals eigenständig abgesetzt oder in ihrer Dosierung verändert werden.
1. Statine: Cholesterinsenker mit bekannten Nebenwirkungen
Statine wie Atorvastatin, Simvastatin oder Rosuvastatin gehören zu den häufig eingesetzten Medikamenten zur Senkung erhöhter Cholesterinwerte. Sie können insbesondere bei Menschen mit erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko oder bereits bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen wichtigen Bestandteil der Behandlung darstellen.
Wie andere Medikamente können auch Statine Nebenwirkungen verursachen. Bekannt sind beispielsweise Muskelbeschwerden. Selten können ernstere Muskelprobleme auftreten. Das Risiko kann unter anderem von Alter, Dosierung, Nierenfunktion und möglichen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beeinflusst werden.
Wer während der Behandlung ungewöhnliche oder anhaltende Muskelschmerzen, deutliche Muskelschwäche oder andere neue Beschwerden bemerkt, sollte dies ärztlich abklären lassen.
Statine sollten jedoch nicht allein aufgrund möglicher Nebenwirkungen eigenständig abgesetzt werden. Ob ein Präparat gewechselt, die Dosierung angepasst oder eine andere Behandlung gewählt werden sollte, hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab.
Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Coenzym Q10 oder Magnesium sollten nicht automatisch zusätzlich eingenommen werden. Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte individuell mit medizinischem Fachpersonal geklärt werden.
2. NSAR: Vorsicht bei häufiger Anwendung
Nichtsteroidale Antirheumatika, kurz NSAR, umfassen beispielsweise Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen. Sie werden gegen Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt. Einige Präparate sind in bestimmten Dosierungen auch ohne Rezept erhältlich.
Rezeptfrei bedeutet jedoch nicht automatisch risikofrei.
Bei NSAR sind mögliche Auswirkungen auf Magen, Nieren, Blutdruck und Herz-Kreislauf-System bekannt. Das individuelle Risiko kann insbesondere bei höheren Dosierungen, längerer Einnahme und bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine größere Rolle spielen.
Besondere Aufmerksamkeit ist außerdem erforderlich, wenn gleichzeitig andere Medikamente eingenommen werden, beispielsweise Blutdruckmittel, entwässernde Medikamente oder Gerinnungshemmer.
Ältere Menschen, die regelmäßig Schmerzmittel benötigen, sollten deshalb mit ihrem Arzt oder Apotheker besprechen, welches Präparat, welche Dosierung und welche Anwendungsdauer für sie geeignet sind.
Auch vermeintlich natürliche Alternativen sind nicht grundsätzlich frei von Nebenwirkungen. Pflanzliche Präparate und Nahrungsergänzungsmittel können ebenfalls mit Medikamenten interagieren.
3. Protonenpumpenhemmer: Langzeitanwendung regelmäßig überprüfen
Protonenpumpenhemmer, kurz PPI, wie Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol reduzieren die Produktion von Magensäure. Sie werden unter anderem bei Refluxbeschwerden und bestimmten Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt.
Bei einer medizinisch notwendigen Behandlung können diese Medikamente sehr hilfreich sein. Bei langfristiger Einnahme sollte jedoch regelmäßig überprüft werden, ob die ursprüngliche Indikation weiterhin besteht.
Bei längerfristiger Anwendung wurden unter anderem Veränderungen des Magnesiumspiegels beobachtet. Außerdem können Wechselwirkungen mit bestimmten anderen Arzneimitteln
relevant sein.
Ein bekanntes Beispiel ist die mögliche Wechselwirkung zwischen Omeprazol und dem Thrombozytenaggregationshemmer Clopidogrel. Deshalb sollte der behandelnde Arzt über sämtliche regelmäßig verwendeten Medikamente informiert sein.
Auch PPI sollten nicht ohne Rücksprache plötzlich abgesetzt werden. Nach längerer Einnahme können Beschwerden vorübergehend verstärkt auftreten, wenn die Behandlung beendet wird. Ob und wie eine Dosis reduziert werden sollte, entscheidet am besten der behandelnde Arzt.
4. Betablocker: Wirkung und Dosierung müssen zum Patienten passen
Betablocker wie Metoprolol, Atenolol, Bisoprolol oder Propranolol werden bei unterschiedlichen Erkrankungen eingesetzt. Dazu können Bluthochdruck, bestimmte Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und einige Formen der Herzinsuffizienz gehören.
Die Medikamente reduzieren unter anderem die Wirkung bestimmter Stresshormone auf das Herz und können dadurch Herzfrequenz und Blutdruck senken.
Mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise Müdigkeit, Schwindel, kalte Hände und Füße oder ein zu langsamer Herzschlag. Bei Menschen mit bestimmten Atemwegserkrankungen oder Diabetes können zusätzliche Aspekte berücksichtigt werden müssen.
Besonders wichtig: Betablocker sollten nicht eigenständig plötzlich abgesetzt werden. Ein abrupter Abbruch kann bestehende Beschwerden verschlechtern. Soll die Behandlung verändert oder beendet werden, sollte dies unter ärztlicher Anleitung erfolgen.
Wer ungewöhnlich starken Schwindel, Atembeschwerden, Ohnmachtsgefühle oder andere auffällige Symptome bemerkt, sollte medizinischen Rat einholen.
5. Antikoagulanzien: Schutz vor Gerinnseln bei gleichzeitig erhöhtem Blutungsrisiko
Antikoagulanzien wie Warfarin, Apixaban, Rivaroxaban oder Dabigatran reduzieren die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Sie werden beispielsweise eingesetzt, um bei bestimmten Patienten das Risiko von Blutgerinnseln und dadurch verursachten Komplikationen zu reduzieren.
Eine bekannte Nebenwirkung dieser Medikamente ist ein erhöhtes Blutungsrisiko. Deshalb werden bei der Auswahl eines geeigneten Präparats individuelle Faktoren wie Alter, Nierenfunktion, andere Erkrankungen und gleichzeitig verwendete Medikamente berücksichtigt.
Die Aussage, moderne Antikoagulanzien hätten grundsätzlich keine Möglichkeit zur Aufhebung ihrer Wirkung, ist nicht mehr zutreffend. Für bestimmte Wirkstoffe stehen heute spezielle Gegenmittel beziehungsweise medizinische Strategien zur Verfügung.
Gerinnungshemmer sollten niemals ohne ärztliche Rücksprache abgesetzt werden. Ein eigenständiger Abbruch kann das Risiko für Blutgerinnsel deutlich verändern.
Besonders wichtig ist außerdem, Ärzte und Zahnärzte über die Einnahme eines Gerinnungshemmers zu informieren, insbesondere vor geplanten Eingriffen.
Warum die gesamte Medikamentenliste entscheidend ist
Bei älteren Menschen liegt das wichtigste Thema häufig nicht bei einem einzelnen Medikament, sondern bei der Kombination mehrerer Präparate. Verschreibungspflichtige Arzneimittel, rezeptfreie Schmerzmittel, pflanzliche Produkte und Nahrungsergänzungsmittel können sich gegenseitig beeinflussen.
Deshalb kann es hilfreich sein, eine aktuelle Liste aller regelmäßig und gelegentlich verwendeten Präparate zu führen und diese zu Arztterminen mitzubringen.
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