Meine Nachbarin benutzte meinen Garten als Müllcontainer; sie ahnte nicht, was ich als Nächstes tun würde.
Meine Nachbarin Marlene hatte die Angewohnheit, Grenzen etwas großzügiger auszulegen als andere Menschen. Zuerst waren es nur Kleinigkeiten, doch irgendwann standen plötzlich ihre Müllsäcke neben meinen Tonnen. Als ich sie darauf ansprach, erklärte sie ganz selbstverständlich, dass sie ihre eigene Müllabfuhr abbestellt hatte.
1.
Mein Name ist Claire Bennett. Mit 55 Jahren hatte ich mir endlich ein kleines Haus in der Cedarbrook Lane gekauft. Ich wollte dort vor allem eines: Ruhe.
Die meisten Nachbarn waren freundlich. Besonders George
von gegenüber brachte mich regelmäßig zum Lachen.
Dann gab es Marlene Whitmore.
Marlene wohnte zwei Häuser weiter und interessierte sich auffällig stark für die Angelegenheiten anderer Menschen. Anfangs waren es harmlose Dinge.
„Dein Blumentopf sollte weiter nach links.“
„Warum?“
„Dann sehen die Fenster besser aus.“
Ich lächelte darüber.
Später fand ich sie sogar einmal in meiner offenen Garage mit meiner Gartenschere in der Hand.
„Du hättest fragen können.“
„Hättest du Nein gesagt?“
Genau darin lag mein Problem.
Ich sagte fast nie Nein.
Dann verschwanden plötzlich einige persönliche Dinge aus meinem Haus. Besonders vermisste ich einen handgefertigten Holzrahmen meines Mannes. Ich suchte überall und glaubte schließlich, ich hätte ihn selbst verlegt.
Kurz darauf tauchten schwarze Müllsäcke neben meiner Tonne auf.
Erst zwei.
Dann vier.
Schließlich sieben.
Eines Morgens setzte ich mich ans Fenster und wartete.
Keine zwanzig Minuten später erschien Marlene mit zwei weiteren Säcken.
„Marlene!“
Sie drehte sich um.
„Guten Morgen, Claire.“
„Sind das deine Säcke?“
„Ja.“
Sie erklärte mir völlig selbstverständlich, dass ihre Familie ihre Müllabfuhr abbestellt hatte.
„Warum sollten zwei Haushalte dafür bezahlen, wenn der Wagen sowieso hier vorbeikommt?“
Ich konnte kaum glauben, was ich hörte.
„Weil ich für meine Müllabfuhr bezahle.“
Marlene zuckte mit den Schultern.
„Du brauchst die Müllabfuhr. Ich brauche nur dich.“
Zum ersten Mal wollte ich nicht einfach wieder „Okay“ sagen.
„Nimm deine Säcke mit.“
Marlene verdrehte die Augen und wollte gehen.
Da hatte ich eine Idee.
„Warte.“
Sie drehte sich um.
„Du kannst sie hierlassen. Aber alles, was du auf meinem Grundstück zurücklässt, gehört danach mir.“
Marlene lachte.
„Behalte alle Schätze, die du findest.“
Am Nachmittag war einer der Säcke aufgegangen. Darin lagen Bücher, eine Vase, eine Lampe und mehrere andere Dinge, die viel zu gut für den Müll aussahen.
Dann zog ich eine Gartenschere heraus.
Um den Griff klebte altes gelbes Klebeband.
Mein Klebeband.
Ich ging sofort in meine Garage und öffnete die Werkzeugschublade.
Der Platz meiner Gartenschere war leer.
Und plötzlich fragte ich mich, was sich wohl in den anderen Säcken befand.Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen