Ich habe jeden Morgen Apfelessig getrunken
Vor ein paar Monaten hätte Daniela über diesen Tipp wahrscheinlich noch gelacht. Ein einfaches Getränk am Morgen sollte etwas verändern? Mit 42 fühlte sie sich oft müde, ihre Kleidung saß nicht mehr wie früher und viele ihrer bisherigen Versuche hatten sie eher frustriert. Dann entdeckte sie zufällig einen Beitrag über Apfelessig und beschloss, ihre Morgenroutine für einige Wochen zu verändern.
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Wenn mir jemand vor ein paar Monaten gesagt hätte, dass Apfelessig einmal zu meiner täglichen Morgenroutine gehören würde, hätte ich wahrscheinlich gelacht. Essig trinken? Freiwillig? Das konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen.
Ich heiße Daniela, bin 42 Jahre alt, Mutter von zwei Jungs und wohne in der Nähe von Kassel. Mit meinem Gewicht habe ich mich schon länger beschäftigt. Besonders in den vergangenen Jahren bemerkte ich, dass sich mein Körper veränderte. Meine Kleidung saß enger, ich fühlte mich häufiger müde und insgesamt nicht mehr so wohl wie früher.
Ich hatte bereits verschiedene Ernährungsweisen ausprobiert. Mal ließ ich abends das Essen weg, mal verzichtete ich einige Tage auf bestimmte Lebensmittel. Dauerhaft durchgehalten habe ich davon allerdings wenig.
Dann stieß ich beim Scrollen auf einen Beitrag über Apfelessig. Dort wurde beschrieben, wie manche Menschen Apfelessig verdünnt in ihre tägliche Ernährung integrieren.
Zunächst hielt ich nicht viel davon.
Zwei Tage später war ich mit meiner Freundin Nadine im Supermarkt. Im Regal entdeckte ich zufällig naturtrüben Bio-Apfelessig und musste sofort an den Beitrag denken.
Also nahm ich eine Flasche mit.
Zu Hause informierte ich mich genauer. Dabei wurde mir schnell klar, dass Apfelessig kein Wundermittel zum Abnehmen ist. Trotzdem wollte ich ausprobieren, ob mir eine feste Morgenroutine dabei helfen könnte, insgesamt bewusster auf meine Ernährung zu achten.
Ich begann mit einem Glas Wasser, dem ich eine kleine Menge Apfelessig hinzufügte. Für den Geschmack kamen etwas Zitronensaft und gelegentlich ein wenig Honig dazu.
Anfangs musste ich mich an den Geschmack gewöhnen. Schon nach einigen Tagen gehörte das Getränk für mich jedoch einfach zum Morgen.
Interessanterweise veränderte sich dadurch vor allem meine Einstellung.
Weil ich morgens bereits bewusst mit meiner Ernährung begonnen hatte, achtete ich plötzlich auch während des restlichen Tages stärker darauf, was ich aß und trank.
Statt ständig nebenbei zu naschen, griff ich häufiger zu Obst. Ich trank mehr Wasser und versuchte, meine Mahlzeiten abwechslungsreicher zusammenzustellen.
Auch Bewegung wurde wieder wichtiger.
Ich startete kein kompliziertes Sportprogramm. Stattdessen ging ich mit dem Hund längere Runden, nahm häufiger die Treppe und versuchte allgemein, weniger zu sitzen.
Nach der ersten Woche stellte ich auf der Waage eine Veränderung fest. Natürlich wusste ich, dass kurzfristige Gewichtsschwankungen viele Ursachen haben können und nicht beweisen, dass ein bestimmtes Lebensmittel dafür verantwortlich ist.
Trotzdem motivierte mich die Entwicklung.
Ich machte weiter.
Mit der Zeit wurde aus meinem morgendlichen Getränk ein kleines Ritual. Gleichzeitig änderte ich meine Ernährung Schritt für Schritt. Abends gab es seltener Chips vor dem Fernseher, dafür häufiger Gemüse, Quark mit Beeren oder Obst.
Nach einigen Wochen fühlte ich mich insgesamt aktiver und wohler.
Ob der Apfelessig selbst dabei eine entscheidende Rolle gespielt hat, kann ich nicht sagen. Für mich war viel wichtiger, dass dieses kleine Ritual der Auslöser für weitere Veränderungen wurde.
Ich begann außerdem, meine Fortschritte in einem kleinen Notizbuch festzuhalten.
Dabei schrieb ich nicht ausschließlich mein Gewicht auf.
Manchmal notierte ich Dinge wie:
„Heute hatte ich weniger Lust auf Süßes.“
Oder:
„Heute bin ich 20 Minuten länger spazieren gegangen.“
Diese kleinen Erfolge waren für mich irgendwann wichtiger als die Zahl auf der Waage.
Nach sechs Wochen zeigte meine Waage insgesamt rund 4,8 Kilogramm weniger als zu Beginn. Diese persönliche Veränderung lässt sich jedoch nicht allein auf Apfelessig zurückführen. In dieser Zeit hatte ich gleichzeitig meine Ernährung verändert, mich mehr bewegt und insgesamt bewusster auf meine täglichen
Gewohnheiten geachtet.
Genau das würde ich heute jedem erzählen, der mich danach fragt.
Es gab für mich keinen geheimen Trick und kein Getränk, das über Nacht alles verändert hat.
Es begann lediglich mit einer kleinen neuen Gewohnheit.
Mein einfaches Apfelessig-Getränk:
250 ml Wasser
1 EL naturtrüber Apfelessig
1 TL Zitronensaft
Optional etwas Honig oder Agavendicksaft
Alles miteinander vermischen und langsam trinken.
Da Essig stark säurehaltig ist, sollte er nicht unverdünnt getrunken werden. Menschen mit gesundheitlichen Beschwerden, empfindlichem Magen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollten vor einer dauerhaften Verwendung ärztlichen Rat einholen.
Heute sehe ich Apfelessig deshalb nicht als „Fettkiller“ oder Wundermittel.
Für mich war er vielmehr der Beginn einer neuen Routine.
Ich trinke mehr Wasser, esse bewusster und bewege mich regelmäßiger. Gleichzeitig versuche ich, nicht mehr nach schnellen Lösungen zu suchen.
Natürlich gibt es auch Tage, an denen das nicht funktioniert.
Dann esse ich etwas Süßes oder habe einfach keine Lust auf Bewegung. Früher hätte ich danach gedacht, dass meine ganze Ernährung gescheitert ist.
Heute mache ich am nächsten Tag einfach weiter.
Und genau diese Einstellung hat für mich den größten Unterschied gemacht.
Meine Kleidung sitzt inzwischen angenehmer und ich fühle mich im Alltag wohler. Noch wichtiger ist jedoch, dass ich gelernt habe, kleine Veränderungen langfristig beizubehalten.
Wer Apfelessig ausprobieren möchte, sollte deshalb keine Wunder erwarten. Ein einzelnes Lebensmittel ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch Bewegung und garantiert auch keine Gewichtsabnahme.
Aber manchmal kann eine kleine neue Gewohnheit der Anstoß sein, den eigenen Alltag bewusster zu gestalten.
Bei mir war es dieses unscheinbare Glas am Morgen.
Vielleicht ist es bei jemand anderem ein täglicher Spaziergang, mehr Wasser oder ein ausgewogenes Frühstück.
Entscheidend ist nicht, möglichst schnell ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.
Entscheidend ist, eine Veränderung zu finden, die sich langfristig gut in den eigenen Alltag integrieren lässt.