Diese unscheinbare Pflanze sorgt in der Forschung für Aufmerksamkeit – was Studien wirklich zeigen
Eine Pflanze, die fast jeder kennt, rückt zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen. Forscher interessieren sich besonders für bestimmte Inhaltsstoffe und deren Verhalten in experimentellen Studien. Einige Ergebnisse klingen auf den ersten Blick erstaunlich, werden im Internet jedoch oft deutlich übertrieben dargestellt. Was tatsächlich untersucht wurde und wie die bisherigen Erkenntnisse einzuordnen sind, erfährst du im folgenden Artikel.
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Löwenzahnwurzel und ihre Inhaltsstoffe: Was die Forschung bisher weiß
Löwenzahn (Taraxacum officinale) wird seit Jahrhunderten als Lebensmittel und in verschiedenen traditionellen Anwendungen genutzt. Blätter, Blüten und Wurzeln enthalten unterschiedliche Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole, Flavonoide und weitere antioxidativ wirkende Verbindungen.
In den vergangenen Jahren rückte besonders Löwenzahnwurzelextrakt, häufig als DRE bezeichnet, in den Mittelpunkt einiger Laborstudien. Dabei wurde untersucht, wie bestimmte Extrakte auf Zelllinien und in einzelnen Tiermodellen wirken.
Wichtig ist jedoch die Unterscheidung zwischen Laborforschung und einer medizinisch wirksamen Behandlung beim Menschen.
Was zeigen Untersuchungen mit Krebszellen?
Einige experimentelle Studien haben gezeigt, dass bestimmte Löwenzahnwurzelextrakte in Zellkulturen Prozesse aktivieren können, die zum programmierten Zelltod bestimmter Tumorzellen führen.
Untersucht wurden unter anderem Zellmodelle von Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Blutkrebs.
In einzelnen Laborversuchen reagierten Tumorzellen deutlich auf den Extrakt, während bestimmte gesunde Vergleichszellen wesentlich weniger beeinflusst wurden.
Solche Ergebnisse sind wissenschaftlich interessant, bedeuten jedoch nicht, dass Löwenzahnwurzel Krebs beim Menschen behandeln oder heilen kann.
Eine Substanz kann in einer Petrischale sehr wirksam erscheinen und sich im menschlichen Körper trotzdem völlig anders verhalten. Aufnahme, Dosierung, Stoffwechsel und mögliche Nebenwirkungen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Die oft genannte Zahl von mehr als 90 oder sogar 95 Prozent
Im Internet wird häufig behauptet, Löwenzahnwurzel könne „95 oder 98 Prozent der Krebszellen zerstören“.
Diese Aussage ist ohne Kontext irreführend.
Die entsprechenden Zahlen stammen aus speziellen Laborversuchen mit bestimmten Krebszelllinien und definierten Extraktkonzentrationen. Sie lassen sich nicht auf Menschen übertragen und bedeuten keinesfalls, dass der Verzehr von Löwenzahntee oder Löwenzahnwurzel bei einem Patienten denselben Effekt hätte.
Was wurde bei Darmkrebs untersucht?
In einer häufig zitierten Studie wurde ein wässriger Löwenzahnwurzelextrakt an menschlichen Darmkrebszelllinien getestet.
Die Forscher beobachteten dabei eine Aktivierung verschiedener Wege des programmierten Zelltods.
Auch in einem Mausmodell wurde ein verlangsamtes Wachstum transplantierter Tumorzellen beobachtet.
Diese Ergebnisse liefern Ansatzpunkte für weitere Forschung, sind aber noch
kein Beweis für eine wirksame Krebstherapie beim Menschen.
Mögliche antioxidative Eigenschaften
Auch Blätter und Blüten des Löwenzahns enthalten verschiedene Pflanzenstoffe mit antioxidativen Eigenschaften.
Antioxidantien können dabei helfen, freie Radikale zu neutralisieren und Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Oxidativer Stress spielt bei zahlreichen biologischen Prozessen und Erkrankungen eine Rolle.
Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass ein Lebensmittel oder Pflanzenextrakt Krebs verhindern oder behandeln kann.
Antioxidative Aktivität im Labor und eine klinisch relevante Wirkung beim Menschen sind zwei unterschiedliche Dinge.
Warum weitere Forschung notwendig ist
Der Großteil der Forschung zu Löwenzahnwurzelextrakten wurde bisher an isolierten Zellen oder in Tiermodellen durchgeführt.
Solche Untersuchungen sind wichtig, weil sie mögliche Wirkmechanismen sichtbar machen.
Für eine medizinische Anwendung sind jedoch kontrollierte klinische Studien mit Menschen erforderlich.
Dabei müssen unter anderem folgende Fragen geklärt werden:
Welche Inhaltsstoffe sind tatsächlich aktiv?
Welche Dosis wäre beim Menschen sinnvoll?
Wie gut werden die Stoffe aufgenommen?
Welche Nebenwirkungen können auftreten?
Wie wirken sie zusammen mit Medikamenten?
Gibt es überhaupt einen messbaren Nutzen bei Patienten?
Solange diese Fragen nicht ausreichend beantwortet sind, sollte Löwenzahnwurzelextrakt nicht als Alternative zu etablierten Krebstherapien dargestellt werden.
Kann Löwenzahn eine medizinische Behandlung ersetzen?
Nein.
Derzeit gibt es keine ausreichenden klinischen Belege dafür, dass Löwenzahnwurzel Operationen, Chemotherapie, Strahlentherapie, Immuntherapie oder andere ärztlich empfohlene Krebsbehandlungen ersetzen kann.
Auch vielversprechende Laborergebnisse sollten niemals dazu führen, eine medizinisch notwendige Behandlung eigenständig abzubrechen oder zu verändern.
Wer während einer Krebstherapie Löwenzahnprodukte, konzentrierte Extrakte oder Nahrungsergänzungsmittel verwenden möchte, sollte dies vorher mit dem behandelnden Arzt oder Onkologen besprechen.
Pflanzliche Präparate können ebenfalls Nebenwirkungen verursachen oder mit Medikamenten wechselwirken.
Löwenzahn als Lebensmittel
Als gewöhnliches Lebensmittel können junge Löwenzahnblätter beispielsweise in Salaten T.ipp.en Sie auf das F.oto, um de.n v.ollständigen Ar.tikel an.zuzeig.en