Diese Lebensmittel sollten Sie bei einer ausgewogenen Ernährung nur bewusst genießen
Rund um Ernährung und Krebs kursieren zahlreiche Empfehlungen, Verbote und vermeintliche Geheimtipps. Gerade nach einer Krebserkrankung kann es deshalb schwierig sein, wissenschaftlich belegte Informationen von übertriebenen Behauptungen zu unterscheiden. Zucker, Soja, Milchprodukte oder Fleisch werden dabei häufig pauschal als problematisch dargestellt.
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Ernährung nach einer Krebserkrankung: Was wissenschaftliche Empfehlungen wirklich sagen
Nach einer Krebserkrankung beschäftigen sich viele Menschen intensiver mit ihrer Ernährung. Gleichzeitig begegnen ihnen zahlreiche Behauptungen darüber, welche Lebensmittel angeblich unbedingt vermieden werden müssten. Dabei ist es wichtig, einzelne Lebensmittel nicht vorschnell als Ursache einer Erkrankung darzustellen. Krebs entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren, und auch Ernährungsempfehlungen sollten immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.
Zucker gehört zu den Lebensmitteln, über die besonders häufig diskutiert wird. Zwar benötigen Krebszellen Glukose zur Energiegewinnung, das gilt jedoch ebenso für gesunde Körperzellen. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass der vollständige Verzicht auf Zucker eine Krebserkrankung verhindern oder behandeln könnte. Sinnvoller ist eine insgesamt ausgewogene Ernährung, bei der stark zuckerhaltige und hochverarbeitete Produkte nicht den größten Teil der täglichen Ernährung ausmachen. Obst muss aufgrund seines natürlichen Zuckergehalts nicht grundsätzlich gemieden werden.
Auch Soja wird insbesondere im Zusammenhang mit Brustkrebs häufig kritisch betrachtet. Sojaprodukte enthalten sogenannte Isoflavone, die zu den Phytoöstrogenen gehören. Ihre Wirkung unterscheidet sich jedoch von körpereigenem Östrogen. Nach aktuellem Wissensstand müssen übliche Mengen traditioneller Sojalebensmittel wie Tofu, Edamame oder Sojamilch von den meisten Menschen nicht grundsätzlich vermieden werden. Bei individuellen medizinischen Fragen sollte die Ernährung jedoch mit dem behandelnden medizinischen Team abgestimmt werden.
Bei Fleisch ist ebenfalls eine Unterscheidung wichtig. Unverarbeitetes rotes Fleisch und verarbeitetes Fleisch werden wissenschaftlich nicht identisch bewertet. Zu verarbeitetem Fleisch zählen beispielsweise Speck, Würstchen, Hotdogs und verschiedene Wurstwaren, die durch Räuchern, Pökeln oder andere Verfahren haltbarer gemacht wurden.
Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation stuft verarbeitetes Fleisch als krebserregend für Menschen ein. Besonders überzeugend ist die Datenlage hinsichtlich Darmkrebs. Die häufig zitierte Größenordnung von rund 18 Prozent bezieht sich dabei auf einen relativen Anstieg des Darmkrebsrisikos bei einem täglichen Verzehr von etwa 50 Gramm verarbeitetem Fleisch. Das bedeutet nicht, dass jemand durch eine einzelne Portion automatisch ein entsprechend hohes persönliches Erkrankungsrisiko hat.
Deshalb empfehlen Fachorganisationen, verarbeitetes Fleisch möglichst wenig zu konsumieren. Gelegentlicher Verzehr sollte dabei nicht zu Angst oder Schuldgefühlen führen. Entscheidend ist vielmehr, welche Ernährungsgewohnheiten über einen längeren Zeitraum bestehen.
Ein weiterer gut untersuchter Faktor ist Alkohol. Alkoholische Getränke werden von der IARC ebenfalls als krebserregend für Menschen eingestuft. Alkoholkonsum steht unter anderem mit einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten im Bereich von Brust, Darm, Leber, Mund, Rachen und Speiseröhre in Verbindung.
Dabei gibt es aus Sicht der Krebsprävention keine besondere Ausnahme für Rotwein. Zwar enthält Rotwein bestimmte Pflanzenstoffe, doch diese können
auch über alkoholfreie Lebensmittel wie Trauben und Beeren aufgenommen werden. Wer keinen Alkohol trinkt, sollte daher nicht aus vermeintlichen gesundheitlichen Gründen damit beginnen. Wer Alkohol konsumiert, kann durch eine Reduzierung des Konsums sein alkoholbedingtes Gesundheitsrisiko verringern.
Trotzdem wäre es irreführend, daraus abzuleiten, dass ausschließlich zwei Lebensmittelgruppen bei der Krebsprävention eine Rolle spielen. Die wissenschaftlichen Empfehlungen betrachten die gesamte Ernährung und den Lebensstil. Dazu gehören beispielsweise eine abwechslungsreiche pflanzenbetonte Ernährung, ausreichend Vollkornprodukte, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte sowie ein bewusster Umgang mit stark verarbeiteten Lebensmitteln und Alkohol.
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