Der letzte Wunsch meiner Frau führte mich nach Jahrzehnten zu meiner ersten großen Liebe
Nach 36 Jahren Ehe bat Carol ihren Mann Walter um einen letzten ungewöhnlichen Gefallen. Er sollte Anna finden – seine erste große Liebe, die ihn vierzig Jahre zuvor scheinbar zurückgewiesen hatte. Walter verstand nicht, warum Carol ausgerechnet von ihr wusste. Doch sie sagte nur, Anna würde ihm alles erklären. Als Walter die Frau schließlich fand, begann eine Geschichte ans Licht zu kommen, von der er jahrzehntelang nichts geahnt hatte. Und plötzlich bekamen sogar die grünen Augen seiner Tochter Rebecca eine völlig neue Bedeutung.
2.
Anna sah mich lange an und trat dann zur Seite.
„Komm herein, Walter. Du solltest dich setzen.“
In der Küche stellte sie zwei Tassen Kaffee auf den Tisch. Ihre Hände zitterten leicht.
„Was wollte Carol mir sagen?“
Anna setzte sich mir gegenüber.
„Dass ich dich damals nicht verlassen habe, weil du weggezogen bist.“
Ich starrte
sie an.
„Warum dann?“
Anna holte tief Luft.
„Deine Mutter kam 1985 zu mir.“
„Meine Mutter?“
„Sie sagte, ich wäre nicht die richtige Frau für dich. Meine Familie, meine Zukunft – nichts davon wäre gut genug.“
Ich konnte kaum glauben, was ich hörte.
„Ruth hätte so etwas niemals getan.“
Anna sah mich ruhig an.
„Walter, deine Mutter hatte in Millfield großen Einfluss. Meine Familie hatte damals fast nichts.“
Plötzlich erinnerte ich mich an den Brief.
„Also hast du ihn nur deshalb geschrieben?“
„Ja. Ich dachte, ich hätte keine andere Möglichkeit.“
Vierzig Jahre lang hatte ich geglaubt, Anna hätte mich nicht genug geliebt.
Doch offenbar hatte ich die Wahrheit nie gekannt.
„Warum hast du mich später nicht gesucht?“
Anna senkte den Blick.
Dann sagte sie leise:
„Weil ich drei Wochen später herausfand, dass ich schwanger war.“
Ich brachte kein Wort heraus.
„Schwanger?“
Anna nickte.
„Von dir, Walter.“
In meinem Kopf überschlugen sich die Gedanken.
Vierzig Jahre lang hatte ich geglaubt, ich hätte damals nur Anna verloren.
„Was ist aus dem Kind geworden?“
Anna sah auf ihre Hände.
„Ich war zwanzig, allein und völlig überfordert. Schließlich entschied ich mich dafür, das Baby einer anderen Familie anzuvertrauen.“
„Weißt du, wo es heute ist?“
Sie schüttelte langsam den Kopf.
„Nein.“
Dann stand Anna auf und holte eine kleine Schachtel aus einem Schrank.
„Aber ich habe etwas aufgehoben.“
Sie stellte sie vor mich.
Als ich den Deckel öffnete, lagen darin alte Unterlagen und Briefe.
Und auf einem der Dokumente entdeckte ich einen Hinweis, der mich sofort an Rebecca denken ließ …T.ipp.e.n Sie auf das F.o.to, um de.n v.ol.ls.tändi.gen Ar.tik.el an.zuzeig.en