Der erste große Schneefall kommt! Es werden fast 50 Zentimeter Neuschnee erwartet, wir zeigen Ihnen, wann er hier eintrifft
Der erste größere Schneefall des Herbstes sorgt für Aufmerksamkeit – in einigen europäischen Hochgebirgen standen sogar bis zu 50 Zentimeter Neuschnee im Raum. Während vielerorts noch angenehme Temperaturen herrschten, deuteten Wettermodelle bereits auf deutlich winterlichere Bedingungen in höheren Lagen hin. Besonders die Alpen und Teile Skandinaviens standen dabei im Mittelpunkt.
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Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee in den Alpen? Was hinter den frühen Oktoberprognosen steckt
Der Herbst hatte gerade erst begonnen, als verschiedene Wettermodelle für Teile Europas einen deutlichen Wetterwechsel erkennen ließen. Während in tieferen Regionen noch milde Temperaturen und sonnige Tage vorherrschten, zeichneten sich für die Hochgebirge bereits winterliche Bedingungen ab. Besonders in den Alpen wurden für Anfang Oktober größere Schneemengen diskutiert.
Einige damalige Modellberechnungen ließen in besonders günstigen Hochgebirgslagen sogar Neuschneemengen von ungefähr 50 Zentimetern möglich erscheinen. Dabei handelte es sich allerdings um längerfristige Prognosen und nicht um bestätigte Schneemessungen.
Die entsprechenden Berechnungen bezogen sich vor allem auf den Zeitraum vom 6. bis 8. Oktober. Wie viel Schnee tatsächlich fiel, lässt sich aus diesen Vorhersagen allein nicht ableiten. Dennoch verdeutlichen sie, wie schnell sich die Wetterbedingungen in den europäischen Gebirgen bereits im frühen Herbst verändern können.
Angenehmes Herbstwetter in tieferen Regionen
Während die Hochgebirge möglicherweise vor einem winterlichen Wetterabschnitt standen, zeigte sich das Wetter in Ungarn zunächst von seiner freundlichen Seite. Ein stabiles Hochdruckgebiet sorgte laut den damaligen Prognosen für überwiegend trockene Verhältnisse, wenig Bewölkung und viele Sonnenstunden.
Die Tageshöchsttemperaturen konnten vielerorts über 20 Grad Celsius steigen. In besonders warmen Regionen waren sogar Werte zwischen 24 und 25 Grad möglich. Damit erinnerte das Wetter stellenweise eher an den Spätsommer als an den beginnenden Oktober.
Allerdings waren bereits deutlich kühlere Morgenstunden zu erwarten. Bei klarem Himmel und schwachem Wind kann die Luft während der Nacht stark abkühlen, während sie sich tagsüber durch die Sonneneinstrahlung wieder erwärmt.
Temperaturunterschiede von 15 Grad oder mehr zwischen den frühen Morgenstunden und dem Nachmittag sind unter solchen Bedingungen durchaus möglich.
Dieses Wetterphänomen wird im deutschsprachigen Raum häufig als Altweibersommer bezeichnet. Gemeint ist damit eine herbstliche Schönwetterperiode mit angenehmen Temperaturen, vergleichsweise ruhiger Luft und häufig sonnigen Tagen.
Doch eine solche Wetterlage bleibt nicht zwangsläufig über längere Zeit stabil.
Warum sich das Wetter im Oktober schnell verändern kann
Im Herbst treffen über Europa häufig unterschiedlich warme Luftmassen aufeinander. Während sich in südlichen Regionen noch milde Luft hält, können aus Nord- und Nordwesteuropa zunehmend kühlere Luftströmungen heranziehen.
Verliert ein bislang stabiles Hochdruckgebiet an Einfluss, können Tiefdruckgebiete mit feuchterer Luft nachrücken. Dadurch nehmen Bewölkung und Niederschlagswahrscheinlichkeit zu, während die Temperaturen sinken.
In den Hochgebirgen können solche Veränderungen besonders deutliche Auswirkungen haben.
Dort liegen die Temperaturen aufgrund der Höhenlage bereits erheblich niedriger als in den umliegenden Tälern. Schon eine vergleichsweise geringe zusätzliche Abkühlung kann deshalb darüber entscheiden, ob Niederschlag als Regen, Schneeregen oder Schnee fällt.
Besonders oberhalb von 2.500 bis 3.000 Metern sind winterliche Wetterbedingungen Anfang Oktober keineswegs ungewöhnlich.
Treffen ausreichend Feuchtigkeit und kalte Luft gleichzeitig aufeinander, kann sich innerhalb kurzer Zeit eine größere Schneemenge ansammeln.
Bis zu 50 Zentimeter Neuschnee: Welche Regionen standen im Mittelpunkt?
In den damaligen Berechnungen wurden vor allem die westlichen und südwestlichen Alpen hervorgehoben.
Dazu gehörten insbesondere Teile der Südschweiz sowie Hochgebirgsregionen im Grenzgebiet zwischen Frankreich, Italien und der Schweiz.
Für den Zeitraum vom 6. bis 8. Oktober deuteten einige Wettermodelle auf mehrere Niederschlagsphasen hin. In besonders hohen Lagen hätten die Temperaturen ausreichen können, um größere Teile dieser
Niederschläge als Schnee fallen zu lassen.
Unter passenden Bedingungen erschienen örtlich mehrere Dutzend Zentimeter Neuschnee möglich. Einzelne Modellvarianten errechneten sogar Mengen im Bereich eines halben Meters.
Solche Zahlen müssen jedoch immer im Zusammenhang mit der jeweiligen Höhenlage betrachtet werden.
Eine Vorhersage von 50 Zentimetern Neuschnee auf einem Berggipfel bedeutet nicht, dass auch nahe gelegene Städte oder Ortschaften eine vergleichbare Schneedecke erhalten.
Während es auf 3.000 Metern kräftig schneien kann, fällt auf 2.000 Metern möglicherweise nur Schneeregen. In tiefer gelegenen Tälern kann derselbe Wetterumschwung lediglich kühlen Regen bringen.
Deshalb ist bei Schneevorhersagen nicht nur die erwartete Niederschlagsmenge entscheidend, sondern auch die sogenannte Schneefallgrenze.
Diese gibt an, ab welcher Höhe Niederschlag überwiegend als Schnee fällt. Sie kann sich während eines Wetterereignisses mehrfach verändern.
Zermatt und die Schweizer Alpen im Blickpunkt
Besondere Aufmerksamkeit galt auch der Region rund um Zermatt in der Schweiz.
Die frühen Oktoberprognosen deuteten dort auf eine Abkühlung hin. Für den Ort selbst standen zeitweise Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt sowie mögliche Nachtfröste im Raum.
Auf den deutlich höher gelegenen Bergen rund um Zermatt wären gleichzeitig wesentlich niedrigere Temperaturen möglich gewesen.
Dadurch könnten sich dort bereits im Herbst Schneeschichten bilden, während es im Tal weiterhin vergleichsweise mild bleibt.
Ob sich der Schnee längere Zeit hält, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Temperaturen nach dem Schneefall, die Sonneneinstrahlung, der Wind und die Beschaffenheit der vorhandenen Schneedecke.
Ein kräftiger Schneefall führt deshalb nicht automatisch zu einer dauerhaft geschlossenen Schneedecke.
Was größere Schneemengen für Wanderer bedeuten
Wer im Herbst eine Wanderung in den Alpen plant, sollte die Wetterentwicklung besonders aufmerksam verfolgen.
Gerade im Oktober können die Unterschiede zwischen Tal und Gipfel erheblich sein. Während am Ausgangspunkt einer Wanderung noch angenehme Bedingungen herrschen, können in höheren Lagen winterliche Temperaturen und Schneefall auftreten.
Größere Neuschneemengen können Wege verdecken und die Orientierung erschweren. Außerdem können sich die Verhältnisse an steilen Berghängen verändern.
Besonders bei raschem Neuschneezuwachs ist es wichtig, die örtlichen Hinweise zur Schneedeckenstabilität und zur Lawinensituation zu beachten.
Für längere Bergtouren empfiehlt es sich deshalb, unmittelbar vor dem Aufbruch die aktuellen Informationen der regionalen Wetterdienste und zuständigen Bergsicherheitsstellen zu prüfen.
Auch die richtige Ausrüstung sollte an die tatsächlichen Bedingungen angepasst werden.
Skandinavien könnte ebenfalls früh winterliches Wetter erleben
Neben den Alpen standen in den früheren Wettermodellen auch einige Regionen Skandinaviens im Mittelpunkt.
Insbesondere die höher gelegenen Gebiete Südnorwegens kommen bereits Anfang Oktober für winterliche Wetterbedingungen infrage.
Auch dort können stärkere Kaltluftzuflüsse in Verbindung mit feuchter Luft für Schneefall sorgen. Manche längerfristigen Modellläufe hatten zeitweise beträchtliche Neuschneemengen angedeutet.
Allerdings unterschieden sich die Berechnungen hinsichtlich des genauen Verlaufs und der erwarteten Intensität.
Während in hoch gelegenen Bergregionen Schnee möglich war, deuteten andere Prognosen für tiefer gelegene Gebiete eher auf Regen und kühles Herbstwetter hin.
Das zeigt, wie unterschiedlich ein Wetterumschwung innerhalb einer Region ausfallen kann.
Warum langfristige Schneevorhersagen unsicher bleiben
Wettermodelle berechnen die weitere Entwicklung der Atmosphäre anhand zahlreicher Messwerte. Dazu gehören unter anderem Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und die Eigenschaften verschiedener Luftmassen.
Je weiter eine Vorhersage in die Zukunft reicht, desto größer wird normalerweise ihre Unsicherheit.
Schon kleine Veränderungen in der Zugbahn eines Tiefdruckgebiets können darüber entscheiden, ob eine Region besonders viel Niederschlag erhält oder nur am Rand einer Wetterfront liegt.
Auch die Temperatur spielt eine wichtige Rolle. Liegt sie nur knapp um den Gefrierpunkt, kann bereits ein geringer Unterschied die Art des Niederschlags verändern.
Deshalb sollten genaue Schneemengen, die mehr als eine Woche im Voraus berechnet werden, immer als mögliche Entwicklung betrachtet werden.
Eine Modellrechnung mit 50 Zentimetern Neuschnee ist noch keine Bestätigung dafür