Das geheime Büro, von dem Diego jahrelang nichts wusste
Diego glaubte seit Jahren, seine Frau Mariana würde von seinen geschäftlichen Entscheidungen kaum etwas verstehen. Doch unter ihrem eigenen Haus befand sich ein Büro, dessen Existenz er nicht einmal kannte. Dort liefen Informationen aus mehreren Städten zusammen, und Mariana hatte längst erfahren, was hinter ihrem Rücken geschehen war. An diesem Abend sollte Diego bei einer großen Gala eine wichtige geschäftliche Nachricht erhalten. Er wusste nur noch nicht, wer tatsächlich auf die Bühne treten würde.
1.
Das Haus war ungewöhnlich still, als Mariana ihre Arbeit in der Küche beendete und in den Weinkeller ging. Zwischen den dunklen Holzregalen nahm sie eine leere Flasche Añejo-Tequila heraus und drückte eine kleine Metallscheibe dahinter.
Eine Holzplatte glitt zur Seite.
Dahinter wartete ein privater Aufzug.
Eine Etage tiefer öffneten sich die Türen zu einem modernen Büro voller Bildschirme, Akten und Investitionspläne. Verbindungen nach Monterrey, Guadalajara, New York und Madrid liefen hier zusammen. An der Wand befand sich das dezente Logo des Castañeda-Rates.
Mariana nahm das dunkelgrüne Telefon vom Schreibtisch.
„Arturo, ist für heute Abend alles vorbereitet?“
„Ja, Frau Castañeda. Der Vorstand und die Wirtschaftsprüfer sind bereit.“
Nur wenige Menschen wussten, wer Mariana wirklich war.
Ihre Großmutter Elena Castañeda hatte einst mit einem kleinen Stoffgeschäft begonnen und später eine bedeutende private Investmentgruppe aufgebaut. Mit 29 Jahren hatte Mariana die Leitung übernommen.
Diego wusste davon nichts.
Mariana hatte ihren vollständigen familiären Hintergrund bewusst zurückgehalten, weil sie einen Menschen kennenlernen wollte, der sich für sie und nicht für ihren Besitz interessierte.
Diego hatte daraus jedoch die falschen Schlüsse gezogen.
Dabei hatte Mariana seine Firma mehrfach im Hintergrund unterstützt. Sie hatte außerdem seiner Familie bei finanziellen Schwierigkeiten geholfen und in Claudias angeschlagene Kosmetikmarke investiert.
Seit neun Monaten überprüfte ihr Team nun ungewöhnliche Vorgänge bei der Grupo Alvarado. Dabei waren nicht genehmigte Überweisungen, auffällige Rechnungen und Zahlungen an eine Beratungsfirma aufgefallen, die mit Valeria Ríos verbunden war.
„Sollen wir heute Abend die vollständige Akte vorlegen?“, fragte Arturo.
Mariana schwieg einen Moment.
„Ja. Alles.“
Kurz darauf erschien auf einem ihrer Bildschirme die Live-Übertragung der Gala. Diego saß neben Valeria und wirkte völlig entspannt.
Dann spielte Mariana eine interne
Tonaufnahme ab.
„Mariana stellt keine Fragen. Sie vertraut mir.“
Valerias Stimme folgte:
„Und wenn sie die Überweisungen entdeckt?“
Diego antwortete ruhig:
„Sie wird nichts herausfinden. Sie beschäftigt sich nicht mit diesen Dingen.“
Mariana hatte genug gehört.
Sie zog das tiefblaue Kleid an, das für diesen Abend bereitlag, und legte die Kette ihrer Großmutter Elena an.
Wenig später betrat sie den Palast, in dem die Gala stattfand. Die meisten Gäste erkannten sie nicht.
Dann wurde das Licht gedimmt.
Der Moderator trat ans Mikrofon.
„Meine Damen und Herren, begrüßen Sie erstmals öffentlich die Präsidentin des Castañeda-Rates.“
Diego blickte zur Bühne.
Sein Lächeln verschwand.
Mariana ging ruhig auf das Mikrofon zu.
Doch in genau diesem Moment öffnete Valeria ihre Handtasche und holte etwas heraus, mit dem Mariana an diesem Abend nicht gerechnet hatte …Ti.p.pen Sie auf das F.oto, um den voll.ständigen Artikel anz.uzei.gen